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Eintrag vom 21.07.2026

Erfrischende Gautschfeier beim Medienhaus Senner in Nürtingen

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Am Do 16. Juli wurden die beiden frischgebackenen Mediengestalterinnen Giulia Barbuscia und My-Linh Quach feierlich gegautscht. Heisses Sommerwetter, feierliche Gautschtraditionen und ganz viel Spass bei allen Beteiligten sorgten für ein gelungenes Fest.

Vor dem Bad gibt es eine Dusche: Giulia Barbuscia (links) und My-Linh Quach.

Es ist ein alter Buchdrucker-brauch aus dem 16. Jahrhundert – und für die Zuschauer jedes Mal eine Riesengaudi. Wenn Lehrlinge in der Papier- und Druckindustrie ihre Abschlussprüfung bestanden haben, müssen sie noch das sogenannte Gautschen überstehen. Das ist eine ziemlich nasse Angelegenheit, so auch am Donnerstag-vormittag für die beiden frisch gebackenen Mediengestalterinnen (Digital und Print) Giulia Barbuscia und My-Linh Quach des Senner Verlags.

„Packer und Schwammhalter“, sprich erfahrene Mitarbeiter, schleppten die beiden ehemaligen Auszubildenden auf den Platz hinter dem Verlagsgebäude. Angeführt wurde der Tross vom Gautschmeister Thomas Kaiser. 

Beim Gautschen wird man nass: Das weiß jetzt auch Giulia Barbuscia.

Wasserbottich im Hof aufgestellt

Im Hof war ein grüner Bottich, gefüllt mit Wasser, aufgestellt worden. Doch zuerst mussten sich die beiden „Kornuten", also die Lehrlinge der Papier- und Druckindustrie, auf einen Stuhl setzen. Dort war zuvor jeweils ein nasser Schwamm drapiert worden. Danach wurde den Mediengestalterinnen noch ein Eimer Wasser über den Kopf gekippt. Anschließend hatten erneut die Packer ihren Auftritt. Sie „packten" nacheinander die beiden jungen Frauen und tauchten sie mehrmals in das Wasserbecken.

My-Linh Quach nach dem Gautschen.

Mit der Prozedur, so erklärte es auch der Gautschmeister, soll die „Fehlerhaftigkeit, die Murkserei und die Hudelei" der Lehrzeit beseitigt und abgewaschen werden. Giulia Barbuscia und My-Linh Quach ertrugen es mit Fassung, auch wenn ihre Kleidung hinterher nur so vor Nässe triefte. „Das war ganz erfrischend", sagte Barbuscia. Auch Quach sah es entspannt: „Es war angenehm." Zum Schluss wurde noch auf das „Gedeihen der jungen Zunftgenossinnen" angestoßen, die natürlich Wechselklamotten eingepackt hatten. Der Begriff „Gautschen" stammt übrigens aus der historischen Papiermacher-Sprache und bezeichnet dort den ersten Entwässerungsschritt, bei dem frisch geschöpftes Papier vom Sieb auf eine Filzunterlage gepresst wird.