Papier aus verantwortungsvollen Quellen
Die Waldfläche in Deutschland nimmt zu
Grafisches Papier bleibt im Kreislauf: 85,9 Prozent Verwertungsquote
Aus Altpapier wird neues Papier
Wasser bleibt im Kreislauf: Die spezifische Abwassermenge der Papierherstellung sinkt seit Jahrzehnten
Weniger Energieeinsatz je Tonne Papier
Print hat einen kleineren CO₂-Fußabdruck, als viele denken
Print vs. Digital: Klimabilanz von Print besser als ihr Ruf
Studie zeigt: Print-Prospekte können eine bessere Klimabilanz aufweisen als PDF-Prospekte
Standards schaffen Vergleichbarkeit
Mehr als 10 % der Investitionen deutscher Druckereien fließen in den Umweltschutz
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Wie nachhaltig ist Print – und wie lässt sich das belastbar messen? Hier finden Sie eine Zusammenstellung messbarer Fakten und belastbarer Daten zur Umweltwirkung von Print entlang des gesamten Lebenszyklus: von den eingesetzten Rohstoffen über die Produktion und den Energie- und Wasserverbrauch bis hin zu Nutzung, Recycling und Entsorgung.
Papier ist der wichtigste Rohstoff für Druckerzeugnisse. Deshalb spielt die Herkunft der eingesetzten Holz- und Papierrohstoffe eine zentrale Rolle. Die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) soll sicherstellen, dass Papier, das in der EU erstmals auf den Markt gebracht wird, nicht mit Entwaldung oder Waldschädigung in Verbindung steht. Für Papier und Karton gelten ab dem 30. Dezember 2026 für große und mittlere Unternehmen entsprechende Nachweispflichten. Kleine und Kleinstunternehmen müssen die Anforderungen ab dem 30. Juni 2027 erfüllen. Druckerzeugnisse selbst fallen nach der aktuellen Rechtslage nicht mehr unmittelbar unter die EUDR. Für die Printbranche bleibt die Verordnung dennoch relevant: Unternehmen müssen bei der Auswahl ihrer Papierlieferanten und Rohstoffe auf nachvollziehbare Herkunftsnachweise achten.
Zwischen 2012 und 2022 ist die Waldfläche in Deutschland netto um 15.606 Hektar gewachsen. Das entspricht einem Wachstum von durchschnittlich rund 1560 Hektar oder 2200 Fußballfeldern pro Jahr.
2024 wurden in Deutschland 85,9 Prozent der grafischen Papiere verwertet – also dem Recycling zugeführt. Damit zählt der Altpapierkreislauf in Deutschland zu den leistungsfähigsten weltweit.
Altpapier ist in Deutschland der wichtigste Rohstoff der Papierindustrie. 2025 wurden rund 15,8 Mio. Tonnen Altpapier für die Herstellung von Papier, Pappe und Karton eingesetzt. Damit lag der Altpapieranteil an der deutschen Papierproduktion bei rund 85 Prozent.
Rund 90 Prozent des eingesetzten Frischwassers, das die deutsche Papierindustrie zur Herstellung von Papier und Karton entnimmt, wird nach der Aufbereitung wieder in die Gewässer zurückgeführt. Wasser wird dabei vielfach innerhalb der Produktionsprozesse im Kreislauf geführt und mehrfach genutzt. Die Papierindustrie hat ihren Wasserbedarf und die spezifische Abwassermenge über Jahrzehnte deutlich reduziert. Während in den 1970er-Jahren noch rund 50 Liter je Kilogramm Papier anfielen, waren es 2023 nur noch 8,9 Liter pro Kilogramm Papier. Das anfallende Abwasser wird vor der Einleitung in betriebseigenen oder kommunalen Kläranlagen gereinigt.
Auch in Druckereien wird Wasser eingesetzt – etwa für die Druckplattenbelichtung, für den Feuchtwasser- und Reinigungszyklus und mitunter für die Luftbefeuchtung. Der spezifische Wasserverbrauch liegt als Richtwert bei ca. 0,2 bis 0,5 Litern je Kilogramm bedrucktem Papier.
Damit zeigt sich: Wasser ist in der Papierherstellung eine wichtige Ressource – zugleich ist die spezifische Abwassermenge über Jahrzehnte deutlich gesunken.
Quellen: DIE PAPIERINDUSTRIE e. V. (2023): Wasser- und Rückstandsmeldung; CEPI Key Statistics 2024; Umweltkennzahlen des BVDM (in 2015 direkt von Mitgliedsunternehmen erhoben und ausgewertet)
Energie spielt in der Druck- und Medienproduktion eine wichtige Rolle. Druck- und Medienunternehmen setzen deshalb auf energieeffiziente Maschinen, optimierte Produktionsprozesse und eine zunehmend erneuerbare Energieversorgung. Photovoltaikanlagen auf Betriebsgebäuden oder der Bezug von Strom aus erneuerbaren Quellen sind dabei Möglichkeiten, den eigenen Energiebezug nachhaltiger zu gestalten.
Auch in der Herstellung von Papier spielt der effiziente Einsatz von Energie eine zentrale Rolle. So ist der spezifische Energieeinsatz der deutschen Papierindustrie über mehrere Jahrzehnte deutlich zurückgegangen. Für die Herstellung einer Tonne Papier werden nach Angaben des jüngsten Berichts in Deutschland rund 2876 Kilowattstunden benötigt – 25 Prozent weniger als 1980, als der Verbrauch noch bei 3826 Kilowattstunden je Tonne lag.
Damit zeigt sich: Technischer Fortschritt und effizientere Produktionsprozesse ermöglichen es, mit weniger Energie dieselbe Menge Papier und Druckprodukte herzustellen.
Quellen: Bundesverband Druck und Medien e. V.; DIE PAPIERINDUSTRIE, Leistungsbericht PAPIER 2026
Druckprodukte verursachen weniger als 1 Prozent des durchschnittlichen CO₂-Fußabdrucks einer Person in Deutschland. Das zeigt eine eigene Berechnung des BVDM, bei der die durchschnittlichen CO₂-Emissionen einer Tonne Druckprodukte ermittelt und auf die insgesamt in Deutschland in Verkehr gebrachte Menge grafischer Druckerzeugnisse hochgerechnet wurden.
In der Berechnung wurde die gesamte durchschnittliche Herstellungskette im Druck berücksichtigt: Neben den Emissionen der Druckereien selbst (Scope 1: direkte Emissionen, Scope 2: eingekaufte Energie) flossen auch die essenziellen Emissionen aus vorgelagerten Lieferketten (Scope 3) in die Berechnung ein. Die Ergebnisse wurden anschließend mit den Daten des Umweltbundesamtes zum durchschnittlichen CO₂-Fußabdruck einer Person in Deutschland verglichen.
Die Zahlen zeigen: Der CO₂-Beitrag von Print ist im Verhältnis zu den gesamten Emissionen eines durchschnittlichen Lebensstils gering.
Mit der Klimainitiative der Druck- und Medienverbände verfügt die Branche zudem seit knapp 20 Jahren über ein Instrument, mit dem Unternehmen ihre Emissionen systematisch erfassen, reduzieren und ihre Fortschritte transparent machen können.
Druckerzeugnisse sind nicht emissionsfrei – aber ihr Beitrag zum persönlichen CO₂-Fußabdruck ist deutlich geringer als häufig angenommen.
Quellen: Studie des Umweltbundesamtes: Statista (2022): Der digitale CO2-Fußabdruck, Öko-Institut: Blogbeitrag 2024, IZT-Studie des VDMA (2012): Vergleich Druckmedien und Online, eigene Berechnungen des BVDM
Eine aktuelle Lebenszyklusstudie des Öko-Instituts, die gemeinsam von fünf Branchenverbänden aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden – darunter der BVDM – beauftragt wurde, zeigt: Online-Werbung ist nicht automatisch klimafreundlicher als Print. In der Studie wurde Printwerbung mit ihren digitalen Pendants verglichen. Gemeinsame Bezugsgröße waren jeweils eine Million Werbeimpressionen.
Das Ergebnis fällt besonders beim Prospektvergleich deutlich aus: Ein gedruckter Werbeprospekt verursacht unter den zugrunde gelegten Annahmen 642 kg CO2e, ein Online-Prospekt im PDF-Format 3360 kg CO2e. Auch bei Anzeigen liegt Print vorne: Eine Zeitungsanzeige verursacht 67 kg CO2e, ein vergleichbarer Online-Banner 102 kg CO2e. Berücksichtigt wurden die wesentlichen Lebenszyklusabschnitte: bei Print die Herstellung und Verteilung der Druckprodukte, bei Online-Werbung die Datenübertragung, die Serverinfrastruktur und die Nutzung der Endgeräte. Wie hoch die Emissionen ausfallen, hängt bei Print vor allem von der Papierwahl, der Anzeigengröße und der Zahl der Leserinnen und Leser je Exemplar ab, bei Online-Werbung vom Datenvolumen, der Betrachtungsdauer und der IT-Infrastruktur. Beim Anzeigenvergleich kann sich das Ergebnis unter anderen Annahmen umkehren; beim Prospekt bleibt der Vorsprung über die untersuchten Szenarien hinweg bestehen.
Im Ergebnis belegt die Studie daher, dass Online-Werbung nicht automatisch die klimafreundlichere Wahl ist. Wer Werbeformen vergleichen will, muss den gesamten Lebenszyklus betrachten.
Quelle: LCA-Studie des Öko-Instituts (2025), Kurzfassung des BVDM zur LCA-Studie des Öko-Instituts (2026)
Eine vergleichende Lebenszyklus-Studie des Öko-Instituts kommt zu einem bemerkenswerten Ergebnis: Bei einer Million Impressionen liegt der CO2-Fußabdruck eines gedruckten Prospekts unter den untersuchten Bedingungen rund fünfmal niedriger als der eines vergleichbaren Prospekts im PDF-Format. Für den Vergleich wurden die relevanten Emissionen entlang des jeweiligen Lebenszyklus berücksichtigt. Bei Print fließen unter anderem Papierherstellung, Druck und Distribution ein, während bei der digitalen Variante beispielsweise Datenübertragung und Nutzung der digitalen Infrastruktur berücksichtigt werden.
Das Ergebnis zeigt: Ein Online-Prospekt im PDF-Format ist nicht automatisch die klimafreundlichere Alternative. Wie groß die Umweltwirkung ausfällt, hängt unter anderem vom Datenvolumen, der Papierart, der Produktionsweise, der Distribution und dem Nutzungsverhalten ab.
Die LCA-Studie zeigt damit: Unter den untersuchten Bedingungen kann ein gedruckter Prospekt eine deutlich bessere CO₂-Bilanz aufweisen als sein digitales Pendant.
Quellen: LCA-Studie des Öko-Instituts (2025), Kurzfassung des BVDM zur LCA-Studie des Öko-Instituts (2026)
Für die Berechnung des CO₂-Fußabdrucks von Druckerzeugnissen steht mit dem CO2-Rechner der Klimainitiative der Druck- und Medienverbände ein einheitliches, auf Druckverfahren spezialisiertes Berechnungsverfahren zur Verfügung.
Die Berechnungsmethoden des CO2-Rechners sind vom TÜV Austria zertifiziert: produktbezogene Bilanzen nach DIN EN ISO 14067:2018, unternehmensbezogene nach dem Greenhouse Gas Protocol. Die Zertifizierung bezieht sich auf das Verfahren, nicht auf die einzelnen Ergebnisse — sie stellt sicher, dass nach denselben anerkannten Regeln gerechnet wird.
Dadurch können Druckereien, die mit dem CO2-Rechner des BVDM arbeiten, ihre Berechnungen transparent, standardisiert und damit vergleichbar dokumentieren. Ein einheitlicher Berechnungsstandard erleichtert Unternehmen und Auftraggebern die Einordnung und den Vergleich ausgewiesener CO₂-Werte. Denn nur was nach einheitlichen Kriterien berechnet wird, lässt sich sinnvoll vergleichen.
Unternehmen, die ihre Emissionen berechnet haben, können darüber hinaus Klimaschutzprojekte unterstützen. Eine solche Investition ersetzt keine Emissionsminderung, sondern ergänzt diese.
Die Branche verfügt damit über eine standardisierte Methode, um CO₂-Bilanzen für Kunden und für die eigene Nachhaltigkeitsstrategie zu erstellen und daraus gezielt Maßnahmen abzuleiten.
Quellen: Klimainitiative der Druck- und Medienverbände; TÜV-Austria-Zertifikate TA290255998 und TA290255999)
Auf Grundlage von Daten des Statistischen Bundesamtes hat der BVDM die Umweltschutzinvestitionen im Wirtschaftszweig 18 (Druck) berechnet. Demnach entfielen im Jahr 2023 10,8 Prozent der Investitionen in der deutschen Druckindustrie auf den Umweltschutz. Der Anteil lag damit deutlich über dem Durchschnitt des Produzierenden Gewerbes von 7,1 Prozent. Dazu zählen beispielsweise Anlagen und Technologien, die die Energieeffizienz steigern, Emissionen mindern oder Ressourcen effizienter nutzen.
Die Zahlen zeigen, dass Umweltschutz ein fester Bestandteil der Investitionstätigkeit der Druckbranche ist. Über die konkrete Umweltwirkung einzelner Unternehmen oder Produkte sagen sie jedoch nichts aus. Sie dokumentieren vielmehr, in welchem Umfang die Branche in entsprechende technische Maßnahmen investiert.
Quellen: Statistisches Bundesamt 32511(Unternehmen und Investitionen für den Umweltschutz) und 42231 (Unternehmen, Beschäftigte, Umsatz und Investitionen im Verarbeitenden Gewerbe und Bergbau); Eigene Berechnungen des BVDM für den Wirtschaftszweig Druck (WZ 18)
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Melanie Erlewein
Referentin Öffentlichkeitsarbeit und Bildung
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