Mitglieder im Porträt: Der Aufbau des neuen Druckzentrums Esslingen war für MHS Print ein Kraftakt. Doch die Investition hat sich gelohnt: Es wird schneller, flexibler, effizienter produziert – auch dank hoch motivierter Mitarbeiter.

Vom Zeitpunkt der Entscheidung in 2022, alle Printprodukte der Zeitungsgruppe Stuttgart (ZGS) künftig am Standort Esslingen zu drucken, bis zur ersten dort gedruckten Zeitung vergingen nur rund acht Monate. „Es war fantastisch, wie wir als Mannschaft funktioniert und was unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geleistet haben“, sagt Johannes Degen, Geschäftsführer von MHS Print, Teil der Medienholding Süd (MHS). Deutlich schneller als geplant gelang es, die Druckmaschine am inzwischen geschlossenen Standort in Stuttgart-Möhringen ab und die neue Produktion in Esslingen aufzubauen.
Um die Dimensionen klarzumachen: Hier ist die Rede von einer 210 Tonnen schweren Maschine, die täglich rund 170.000 Exemplare der acht ZGS-Titel, unter anderem ‚Stuttgarter Zeitung‘ und ‚Stuttgarter Nachrichten‘, druckt und direkt zum Versand weiterführt. Daneben werden Zeitungen für andere Verlage und Unternehmen, Anzeigenblätter, Amtsblätter und Werbeprospekte hergestellt. Die MHS Print hat rund 20 Mio. Euro in die mit neuester Technik ausgestattete Fertigungsstätte investiert. Hier sind 60 Fachkräfte angestellt, außerdem etwa 80 Teilzeitkräfte.
Das im April 2023 in Betrieb genommene Druckzentrum in Esslingen ist auch eine Antwort auf Entwicklungen im Medienmarkt. „Die Printbranche schrumpft, Zeitungen verlieren seit langem an Auflage. Das führt zur Konsolidierung der Branche“, stellt Johannes Degen fest. Wo es zuvor zwei Standorte gab, die jedoch nicht mehr ausgelastet waren, schafft das Druckzentrum in Esslingen neue Perspektiven. „Wir verfügen hier über einen hochautomatisierten, spezialisierten Maschinenpark, mit dem wir viel schneller, flexibler und effizienter produzieren können“, sagt Ralf Wahlmeyer, Technischer Leiter bei MHS Print. „Das ist ein entscheidender Unterschied zu vorher.“
So können zum Beispiel Druckplatten in wenigen Sekunden belichtet und vollautomatisch eingelegt werden. Papiereinzug und Reinigung der Farbwerke sind ebenfalls automatisiert. Die Kapazität auf den zwei Druckstraßen ist deutlich gestiegen, pro Stunde können bis zu 50.000 Zeitungen produziert werden. Modernste Versandtechnik ermöglicht es, Werbeprospekte direkt in die Tageszeitung einzustecken, und durch beschleunigte Weiterverarbeitung werden die Zeitungen schneller in die Auslieferfahrzeuge verladen.
Nicht nur die Technik, auch die Art zu arbeiten, hat sich verändert: durch eine flachere Hierarchie, ein stärkeres Wir-Gefühl, mehr Eigenverantwortung. So herausfordernd und anstrengend der Umzug war, hat er „die Identifikation unserer Leute mit dem Unternehmen gestärkt“, sagt Verkaufsleiter Stephan Bühler.
Es wurden regelmäßige kurze ‚Daily‘-Meetings eingeführt, ebenso der abteilungsübergreifende Austausch. Dadurch konnten sowohl die Kommunikation untereinander als auch die Arbeitsabläufe insgesamt verbessert werden. „Wir sehen jetzt, wie viel Effizienz sich mit einer schlank aufgestellten Druckerei mit hoch motivierten Mitarbeitern heben lässt“, fasst Degen zusammen, was passiert, wenn Hightech und Teamgeist aufeinandertreffen.
Neben den Tageszeitungen und ihren Nebenprodukten aus der eigenen Mediengruppe arbeitet MHS Print auch für externe Auftraggeber. Ein Großteil der Fremdaufträge kommen direkt über den schon 2009 gestarteten Onlineshop:
dierotationsdrucker.de
So erweitern die Schwaben ihr Geschäftsfeld und den Kundenkreis. Ob Katalog, Magazin, Broschüre, Flyer, Abizeitung: „Wir sind flexibel aufgestellt und setzen um, was technisch möglich ist“, sagt der für dierotationsdrucker.de zuständige Stephan Bühler.
Im Wettbewerb um Aufträge ist Nachhaltigkeit bislang selten ausschlaggebend, MHS Print legt jedoch viel Wert darauf. „Durch die Umstellung auf mineralölfreie Farben und verstärkten Einsatz von Recyclingpapier haben wir unsere Ökobilanz weiter verbessert“, sagt der Technische Leiter Ralf Wahlmeyer.
Die in der Esslinger Druckerei eingesetzten Rollen bestehen fast vollständig aus Altpapier. Der Vorteil: Zur Herstellung von Recyclingpapier braucht es im Vergleich zu Frischfaserpapier bis zu 60 Prozent weniger Energie und bis zu 70 Prozent weniger Wasser, zudem fallen weniger CO2-Emissionen und Abfall an.
Die Entwicklungen der vergangenen Jahre – sei es in Bezug auf veränderte Marktanforderungen, neuer Technologien, oder relevanter gesellschaftlicher Trends – haben das Team Degen, Wahlmeyer und Bühler gelehrt: „Nach der Veränderung ist vor der Veränderung – und darauf stellen wir uns ein.“
dmpi beratung unterstützt Unternehmen mit individuellen Services fürs Recruiting. Welche Vorteile sie bringen, zeigt das Beispiel von MHS Print.
Melanie Erlewein
Referentin Öffentlichkeitsarbeit und Bildung
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