Authentisch, souverän, progressiv – Im Dialog mit MdB Christina Stumpp: Wirtschaft trifft Politik

Beim dmpi Unternehmergespräch am 17. Februar diskutierten 15 Unternehmerinnen und Unternehmer der Printmedien- und Papierverarbeitungsindustrie in kleiner Runde mit der stellvertretenden Generalsekretärin der CDU, MdB Christina Stumpp aus Backnang über die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland: Arbeitszeit, Mindestlohn, Bürokratie, Energiepreise, EUDR, PPWR und weitere EU-Gesetze. Der direkte Austausch machte deutlich, wie stark gesetzliche Vorgaben in die betriebliche Praxis hineinwirken – und wie wichtig konkrete Rückmeldungen für die Politik sind.
Gastgeber und Moderator Dr. Alexander Lägeler eröffnete den Abend mit einem eindringlichen -Appell: „Das Gespenst der De-Industrialisierung muss ernst genommen werden, damit es am Ende nicht Realität wird. Als ich das vor drei Jahren sagte, erntete ich dafür teilweise noch schräge Blicke. Heute ist das leider allgemein anerkannt. Die Politik muss daher endlich die Weichen auf Wirtschaftswachstum stellen.“
Christina Stumpp stellte geplante Strukturreformen in Aussicht. Deutschland brauche echte Reformschritte, um Wachstum, Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
Ein Thema war die Flexibilisierung der Arbeitszeit. Stumpp spricht sich für die Flexibilisierung im Sinne der wöchentlichen Höchstarbeitszeit aus, um mehr Spielraum für Betriebe und Beschäftigte zu schaffen. „Ich bin überzeugt, der klassische 8-h-Tag fällt.“
Beim Thema Mindestlohn schilderten Teilnehmer der Runde, wie die Auswirkungen auf Zeitungsausträger sind: Durch die Umstellung von Stück- auf Zeitlohn müsse der Lohn täglich neu berechnet werden – etwa weil sich Wegezeiten je nach Wetter ändern. Stumpp hörte aufmerksam zu und nahm diese Hinweise mit. Ein klarer Beleg, wie wichtig solche Praxisberichte für politische Entscheidungen sind.
Lägeler ordnete ein: „Ein Mindestlohn wird immer ein politischer Mindestlohn sein, das haben die letzten Jahre auch für Deutschland belegt.“ Außerdem ist er eben nicht nur Untergrenze, sondern wirkt sich auf das gesamte Lohngefüge aus und erhöhe damit den Kostendruck der Unternehmen.
Ein anderer Diskutant verdeutlichte am Beispiel der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) die hohen Kosten durch Berichtspflichten „Allein die Softwarelizenzen kosten uns rund 350.000 Euro.“ In die man trotz unklarer Rechtslage vorsorglich investieren musste. Und jetzt kommt wieder alles anders. Fehlende Planungssicherheit und eine unklare Rechtslage bis kurz vor oder auch bei Inkrafttreten von Richtlinien und Verordnungen seien Gift für Investitionen. Stumpp räumte ein: „Europäische Gesetze sind handwerklich oft sehr schlecht gemacht.“
Deutschland setze EU-Vorgaben häufig strenger um als andere Länder. Augenzwinkernd merkte sie an: „Das größte Konjunkturprogramm wäre es, die Bürokratie für zwei Jahre auszusetzen.“
Weitere Themen waren steuerliche Entlastungen, digitale 24-Stunden-Gründungen, Energiepreise und Klimaneutralität. Klar sei: Klimaneutralität bleibe Ziel – der Weg dorthin müsse jedoch technologie-offen gestaltet werden.

Das Unternehmergespräch zeigte, wie wertvoll der direkte Dialog zwischen Politik und Wirtschaft ist. Ein Unternehmer brachte es am Ende auf den Punkt: „Der Abend war ein echter Gewinn für mich!“
Dr. Alexander Lägeler
Geschäftsführer
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