Im März veröffentlichte EuPIA, der europäische Verband der Druckfarbenindustrie, die erste Ausgabe seiner EuPIA-Charta zur Auswahl und zum Ausschluss von Rohstoffen für Druckfarben und verwandte Produkte. Sie ersetzt die bisherige EuPIA-Ausschlusspolitik.
Seit 1996 verfolgt die europäische Druckfarbenindustrie eine freiwillige, über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehende Produktverantwortung. Damals wurde die „Ausschlussliste für Druckfarben“ eingeführt, die strengeren Regeln für die Auswahl von Rohstoffen festlegte.
Mit der Gründung von EuPIA – dem europäischen Druckfarbenverband – im Jahr 2003 übernahm der Dachverband diese Aufgabe und entwickelte die Liste kontinuierlich weiter. 2016 wurde sie zur „Ausschlussrichtlinie“ überarbeitet.
2026 folgte ein weiterer wichtiger Schritt: die Einführung der EuPIA‑Charta, die auf den bisherigen Grundprinzipien aufbaut, aber stärker risikobasiert arbeitet. Sie berücksichtigt sowohl Gefahren als auch tatsächliche Risiken und ergänzt damit die bestehenden EU‑Regelwerke REACH und CLP.
Die EuPIA-Charta gilt für alle Arten von Druckfarben und legt fest, wie gefährliche Rohstoffe ersetzt oder – falls ein sofortiger Ersatz nicht möglich ist – unter strengen Bedingungen weiterverwendet werden dürfen. Ziel ist es, höchste Gesundheits- und Sicherheitsstandards zu gewährleisten und gleichzeitig die technischen Anforderungen an Druckfarben zu sichern.
Die Teilnahme an der Charta ist freiwillig: Nicht EuPIA, sondern die einzelnen Druckfarbenhersteller verpflichten sich dazu, die in der Charta festgelegten Grundsätze zu befolgen. Die EuPIA‑Charta, ein Q&A‑Dokument sowie die Liste der Unternehmen, die sich zur Charta verpflichtet haben, finden Sie in englischer Sprache auf der Webseite der EuPIA:
EuPIA-Charta
Heinz Klos
Technischer Berater
Verband Druck + Medien Beratung
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