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Eintrag vom 27.05.2026

dmpi BWfaces: Kölle Etiketten GmbH – Spezialisieren und Tee trinken

Mitglieder im Porträt: Kölle Etiketten produziert in Hochgeschwindigkeit flexible Verpackungen für die Lebensmittelindustrie, vor allem die Teebranche. Wie sich das Unternehmen agil und reaktionsschnell, mit technischer Präzision und gewachsenen Kundenbeziehungen erfolgreich im internationalen Markt behauptet.

Dr. Thomas Schrettle, Geschäftsführer Kölle Etiketten GmH: „Im dmpi-Netzwerk treffe ich spannende Persönlichkeiten und manchmal auch Sparringspartner für bestimmte Themen.“

Die Neckarstadt Esslingen ist eine erste Adresse für Sekt (Kessler), Feinkost (Hengstenberg) – und Tee. Genauer gesagt für Tee-Etiketten und Tee-Umbeutel, auf deren hochsensible Herstellung sich Kölle Etiketten spezialisiert hat. Das seit über 140 Jahren bestehende Unternehmen verbindet Tradition und Hightech in bester Weise. „Wir beliefern Produzenten im In- und Ausland, vor allem in Europa“, sagt Geschäftsführer Dr. Thomas Schrettle. Darunter sind zahlreiche hierzulande bekannte Marken, aber auch internationale Kunden von Südafrika bis Israel. 

Der Markt ist überschaubar, die Beziehungen sind eng, langfristige Partnerschaften typisch. „Mit manchen Auftraggebern arbeiten wir seit Jahrzehnten zusammen“, sagt Schrettle. Er betont gerne, dass „für uns der Kundennutzen immer im Vordergrund steht“.

Kölle Etiketten entwickle sich permanent weiter, um auf dem neuesten Stand der Technik zu bleiben. Die Anforderungen an Etiketten für Tee sind schließlich hoch. Sie müssen exakt verarbeitet sein, auf Hochgeschwindigkeitsanlagen funktionieren und zugleich lebensmittelrechtliche Vorgaben erfüllen. „Man braucht Farbsysteme, die zehn Minuten im Wasser kochen können, ohne dass sich etwas löst“, nennt Schrettle ein Beispiel.

Flexibel wie ein Mittelständler

Hinzu kommen komplexe Zertifizierungen wie der BRCStandard für Lebensmittelverpackungen. Ohne sie gibt es keine Lieferung in die Lebensmittelindustrie. Für neue Anbieter ist die Einstiegshürde entsprechend hoch. „Aber das schützt uns nicht vor Wettbewerb“, betont er. 

„Unser großes Plus sind Flexibilität und Schnelligkeit. Möglich wird das dank eines standardisierten Maschinenparks und kurzer Entscheidungswege."

Entscheidend bleibe daher, die eigenen Stärken konsequent auszuspielen. „Unser großes Plus sind Flexibilität und Schnelligkeit“, sagt der Kölle-Chef. Möglich wird das dank eines standardisierten Maschinenparks und kurzer Entscheidungswege. Durch vier nahezu identische Anlagen ist man in der Lage, Aufträge schnell umdisponieren zu können.

Diese mittelständische Agilität ist Teil des Geschäftsmodells. Das gilt auch unter dem Dach der Unternehmensgruppe Possehl, zu der Kölle seit 2023 gehört. „Wir haben das Beste aus beiden Welten“, sagt Schrettle. „Im Hintergrund gibt es Unterstützung und im Tagesgeschäft arbeiten wir komplett selbstständig.“

Riesige Stückzahlen sind für Kölle nichts Außergewöhnliches. Im Zwei-Schicht-Betrieb können am Tag durchaus über 75 Millionen Etiketten bedruckt werden – übers Jahr laufen somit mehrere Milliarden Tee-Etiketten und Tee-Umbeutel über die Maschinen. Mit den Mengen steigt auch die Anforderung an Organisation und Qualität. Schrettle betont die wichtige Rolle seiner Mitarbeitenden. „Sie können die besten Systeme haben, aber wenn die Belegschaft das nicht lebt, werden Sie keinen Erfolg haben.“ Bei vakanten Stellen werden sowohl ausgebildete Fachkräfte als auch engagierte Quereinsteiger gesucht.

Kölle Etiketten blickt auf eine lange Geschichte zurück: Das Unternehmen wurde 1884 gegründet und ist seit 1910 am Standort in Esslingen ansässig. In den 1950er-Jahren startete Kölle mit der Produktion von Haftetiketten und war damit eine der ersten Firmen, die Selbstklebetechnik anbieten konnte. Als zuverlässiger, flexibler Partner hat sich Kölle Etiketten einen Namen gemacht. „Ich war begeistert, wie viele langjährige und vertrauensvolle Kundenbeziehungen es gibt“, sagt Schrettle über seine ersten Eindrücke im Unternehmen. Der promovierte Volkswirt mit langjähriger  Erfahrung in der Druck- und Verpackungsindustrie übernahm im Februar 2024 die Geschäftsführung, als sich Philipp Kölle im Zuge des Generations- und Eigentümerwechsels verabschiedete.

Wachstum mit Augenmaß

In den kommenden Jahren will das Unternehmen weiterhin moderat wachsen. Der Umzug an einen größeren Standort in Esslingen und die Anschaffung einer zusätzlichen Maschine schaffen Raum für Expansion.

Bei Kölle und in der gesamten Branche bleibt Nachhaltigkeit weit oben auf der Agenda, zum Beispiel wenn es um den Ersatz von Verbundfolien durch recyclingfähige Materialien geht. Verpackungen müssen zugleich dicht, stabil und umweltfreundlich sein. Bei Produkten wie Tee, die zum Beispiel Gewürze, Kräuter, ätherische Öle beinhalten, werden ganz spezielle Anforderungen gestellt. „Da muss man viel ausprobieren“, sagt Schrettle. Das ist aufwendig, macht aber auch den Reiz der Branche aus, findet er. „Sie verbindet Präzision mit Dynamik, Tradition mit Innovation und belohnt die Fähigkeit, schnell auf Veränderungen zu reagieren.“

Impulse fürs Geschäft und Management bringen ihm auch der Austausch im dmpi-Netzwerk. „Da treffe ich spannende Persönlichkeiten und manchmal auch Sparringspartner für bestimmte Themen. Und wenn's Fragen gibt, kann der Verband oft weiterhelfen.“

www.koelle-etiketten.de