dmpi
Start News: Überblickbvdm-Umfrage: Kostensteigerungen und Wettbewerbsdruck setzen sich fort

bvdm-Umfrage: Kostensteigerungen und Wettbewerbsdruck setzen sich fort

20.03.2019 | Die Kosten der deutschen Druck- und Medienwirtschaft steigen ungebremst. Aufgrund des anhaltenden Wettbewerbsdrucks können viele Unternehmen diese Steigerungen aber nicht an ihre Kunden weitergeben. Umsatz und Gewinn der Branche sind 2018 gesunken. Die Unternehmen zeigen sich dennoch investitionsbereit. Das geht aus der diesjährigen Branchenumfrage des Bundesverbandes Druck und Medien (bvdm) hervor, an der im Januar erneut rund 420 Unternehmen teilgenommen haben.

Kostenentwicklung
57 Prozent der Unternehmen melden beim Druckpapier, dem wichtigsten Vorleistungsgut, Preissteigerungen von über 5 Prozent. Weitere 36 Prozent mussten zwischen 0,5 und 5 Prozent mehr für Druckpapiere bezahlen. Bei 6 Prozent der Unternehmen blieben die Druckpapierpreise auf dem Vorjahresniveau. Hingegen berichtet nur ein einziger Teilnehmer von einer Preissenkung von über 5 Prozent.

Die befragten Unternehmen vertreten rund 24 Prozent der Beschäftigten der Druck- und Medienwirtschaft und erzielten 2018 einen kumulierten Umsatz von rund 4,8 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Anteil am Branchenumsatz von rund 23 Prozent. Die Umfrageergebnisse bieten daher einen vertieften Einblick in die Lage der Branche, ihre wirtschaftliche Situation und ihren Ausblick in die Zukunft.

Wie schon im Vorjahr erwartet, verzeichneten die befragten Unternehmen starke Kostensteigerungen: Neun von zehn Unternehmen (93 Prozent) mussten Teuerungen beim Druckpapier verkraften. Acht von zehn Unternehmen (78 Prozent) waren mit steigenden Transportkosten konfrontiert. Die steigenden Lieferantenpreise gelten auch im laufenden Jahr als eines der größten Geschäftsrisiken: Sie befürchten bei allen abgefragten Kostenarten weitere Erhöhungen. 

Geschäftschancen
Unternehmen aller Größenklassen sehen ergänzende Dienstleistungen rund um das Druckprodukt als gleichermaßen attraktiv an. Dagegen erscheint der Handel mit Druckprodukten insbesondere für Unternehmen mit weniger als 20 Beschäftigen geschäftsträchtig.

Als Konsequenz beabsichtigt fast jedes zweite Unternehmen (47 Prozent), die Verkaufspreise für ihre wichtigsten Produkte und Dienstleistungen zu erhöhen. Demgegenüber wollen 41 Prozent der Unternehmen die Preise auf dem Vorjahresniveau halten, 12 Prozent meinen, ihre Preise sogar senken zu müssen.

Der Umsatz der Branche war im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig: 42 Prozent der Befragten verzeichneten Einbußen, während 39 Prozent von Zuwächsen berichteten. Die Entwicklung fiel umso negativer aus, je größer die Unternehmen waren. Besonders negativ entwickelten sich die Segmente Werbebeilagen und Prospekte sowie Dienstleistungen der Druck- und Medienvorstufe. Überdurchschnittliche Zuwächse gab es hingegen bei Verpackungen, Etiketten und dem Großformatdruck.

43 Prozent der Unternehmen planen, 2019 mehr Geld für Software auszugeben. Bei 50 Prozent der Unternehmen sollen die Ausgaben auf dem Vorjahresniveau bleiben. Nur bei 4 Prozent der Unternehmen sollen die Ausgaben in diesem Bereich sinken. Bei weiteren 3 Prozent sind für das Jahr 2019 gar keine Investitionen in Software geplant.

Erstmals berücksichtigte die Befragung auch das Marktvolumen des Onlinedrucks: Ausgehend vom durchschnittlichen angegebenen Prozentwert des online erwirtschafteten Umsatzes ergibt sich ein auf den Branchenumsatz überschlagener Wert von 3,6 Milliarden Euro. Dieser Wert erhöht sich auf 5,6 Milliarden Euro, wenn auch der Wiederverkauf externer Druckereileistungen aus Webportalen hinzugerechnet wird.

Download

Bericht Branchenumfrage
Download lock