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Hauptverband Papier- und Kunststoffverarbeitung (HPV): Gewerkschaft ver.di lehnt ein äußerst faires Angebot ab

21.11.2018 | Berlin. Der Hauptverband Papier- und Kunststoffverarbeitung (HPV) e.V. und die Gewerkschaft ver.di trafen sich heute in Berlin zur zweiten Runde der Tarifverhandlungen in der Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitenden Industrie.

Sicherheit und Zukunft

Die Arbeitgeber legten für die rund 100.000 Beschäftigten ein Angebot vor: 4,0 Prozent Entgelterhöhung bei einer Laufzeit von 29 Monaten. In der ersten Stufe sollen die Löhne und Gehälter am 1. April 2019 um 2,1 Prozent steigen und in der nächsten Stufe um 1,9 Prozent am 1. April 2020.

Das Angebot steht unter der Prämisse einer Öffnungsklausel für Betriebe in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Für die Ausbildungsvergütungen bieten die Arbeitgeber ein Plus von 90 Euro ebenfalls ab dem 1. April 2019 an, wie von ver.di gefordert. In den rund fünfstündigen Verhandlungen konnte jedoch keine Einigung mit der Gewerkschaft erzielt werden, die Gewerkschaft hat das Angebot der Arbeitgeber abgelehnt.

Das Angebot ist ein deutliches Signal an die Belegschaften trotz einer schwierigen branchenspezifischen Situation; schließlich können viele Teilbranchen nicht an der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung partizipieren. Der HPV dokumentierte in der Verhandlung die wirtschaftliche schwierige Situation in den Teilbranchen Wellpappe, flexible Verpackungen, Faltschachtel, Etiketten und Tapete. Historisch hohe Papierpreise, gestiegene Lohnstückkosten, Wettbewerbsdruck aus dem Ausland sowie massive Exportverluste sind die Kennzeichen, die einzeln oder zusammen auf die Teilbranchen zutreffen. Auf alle Teilbranchen trifft zu, dass die Preissteigerungen nicht im erforderlichen Umfang an den Markt weitergegeben werden können.

„Mit einer faktenreichen Dokumentation haben wir dargelegt, dass sich die Forderung von ver.di überhaupt nicht an den branchenspezifischen Kennzahlen orientiert. Unser faires Angebot geht auf das berechtigte Interesse der Arbeitnehmer ein, Reallohnverluste zu vermeiden; gleichzeitig tragen wir der Notwendigkeit Rechnung, dass die Spielräume der Betriebe für Investitionen nicht zu sehr eingeschränkt werden. Mit der Erhöhung der bereits weit überdurchschnittlichen Ausbildungsvergütung belegen wir, dass die Ausbildung in unseren Betrieben einen enorm hohen Stellenwert besitzt. An dieser Verantwortung orientiert sich der Vorschlag der Arbeitgeber", betonte der Verhandlungsführer des HPV, Jürgen Peschel. „Wir erwarten von ver.di, dass die Gewerkschaft unser gutes Angebot im Kontext der branchenspezifischen wirtschaftlichen Situation bewertet. Jetzt ist es an der ver.di, sich zu bewegen. Gleichzeitig erwarten wir, dass die Warnstreiks in einem dem Verhandlungsstand verhältnismäßigen Rahmen zurückgeführt werden. Dies ist die Basis, um Tarifverhandlungen konstruktiv abschließen zu können."

Die nächste Verhandlungsrunde wird am 13. Dezember 2018 in Berlin fortgesetzt. Der Verhandlungsführer des HPV, Jürgen Peschel, und der Hauptgeschäftsführer, Stefan Rössing, stehen für Fragen und Interviews gerne zur Verfügung.

Alle Informatonen zur aktuellen tarifrunde finden Sie hier:

vpi Tarifrunde 2018