Die Möglichmacher: Unter der Führung von Uwe und Peter Hohl ist die Druckerei Hohl GmbH & Co. KG in zweiter Generation kräftig gewachsen. Vor allem mit Beipackzetteln für die Medizintechnik- und Pharmaindustrie hat sich das Unternehmen einen Namen gemacht. Was die Hohls antreibt: der unbedingte Wille, Kunden zu begeistern.
In die Firma wurden sie hineingeboren. „Als Jugendliche hatten wir damals praktisch gar keine andere Wahl. Aber wir sind froh, dass es so gekommen ist“. Ihre Eltern Rainer und Johanna Hohl hatten 1968 in einem kleinen Kellerraum mit Buchdruck begonnen, über die Jahre wuchs der Betrieb, 1991 folgte der Umzug von Spaichingen ins benachbarte Balgheim.
Die Söhne Uwe und Peter stehen also für die zweite Generation. Uwe Hohl ist gelernter Drucker und Meister in Druckformenherstellung. Peter Hohl absolvierte im elterlichen Betrieb eine kaufmännische Lehre und kümmert sich vor allem um Betriebswirtschaftliches/Verwaltung und Themen der Weiterverarbeitung.
Unter ihrer Leitung expandierte das Unternehmen kräftig. Heute ist die Druckerei Hohl ein weithin gefragter Spezialist in der Herstellung von Gebrauchsanweisungen, Bedienungsanleitungen und Beipackzetteln, vor allem für die Medizintechnik- und Pharmaindustrie. Hier gilt der Mittelständler mit rund 35 Beschäftigten plus Aushilfskräften als technologisch führend.
Diese Produkte sind das wirtschaftlich wichtigste Standbein, zugleich versteht sich Hohl als breit aufgestellter Dienstleister, der weiterhin auch Geschäfts- und Werbedrucksachen, Mailings und sonstige Printmaterialien produziert.
Eine weichenstellende Entscheidung trafen die Brüder Ende der 90-er Jahre. Sie investierten eine sechsstellige Summe in den Kauf einer modernen Falzmaschine und reagierten somit auf steigende Anforderungen von Kunden, die auf Beipackzetteln immer mehr Informationen unterbringen mussten. Am Puls der Zeit zu sein und die technischen Entwicklungen in der Branche mitzugehen, „das hat uns deutlich nach vorne gebracht“, sagt Peter Hohl.
Die Produktions- und Lagerfläche in Balgheim erstreckt sich auf 3.000 Quadratmeter, ausgestattet mit mehreren Heidelberg-Druckmaschinen, Planschneidern, Sammelheftern, zwölf Falzmaschinen und verschiedenen Sonderanlagen. „Dadurch sind wir in der Lage, für nahezu jedes technische und oft auch terminliche Problem eine Lösung zu schaffen“, betonen die Brüder.
Vorneweg bei Dünndruckpapieren ist Hohl dick im Geschäft und hat sich eine Kernkompetenz erarbeitet, die über die Region hinaus gefragt ist. Gerade bei Beipackzetteln entscheidet die Weiterverarbeitung häufig darüber, ob ein Projekt überhaupt realisierbar ist. Doch die Hohls sind engagierte Möglichmacher, dem Motto folgend: „Geht nicht, gibt’s nicht.“
Besonders stolz sind sie auf Projekte, die gemeinsam mit regionalen Partnern entstanden sind. So wurde zusammen mit der Firma Kraus in Spaichingen ein spezieller Collator mit Bündeltechnik entwickelt. Damit lassen sich bisweilen die Grenzen der klassischen Falztechnik überwinden. Wo früher die Menge an Text und Abbildungen auf einem einzelnen Beipackzettel nicht mehr unterzubringen war, können heute mehrere Beipackzettel zu einer verpackungsfertigen Einheit zusammengeführt werden.
Solche Beispiele meint Uwe Hohl, wenn er sagt, dass „wir keine technischen Möglichkeiten auslassen“. Und all das dient einem Zweck. „Für unsere Kunden tun wir alles. Das ist unsere DNA.“, sagt Uwe Hohl. Sein Bruder Peter ergänzt: „Wir wollen für unsere Kunden stets ein verlässlicher Partner sein und kein beliebiger, austauschbarer Lieferant.“
Nichts erfreut die Brüder mehr als begeisterte Kunden. Dafür gehen sie oft und gerne die Extrameile. Wenn sich jemand beispielsweise am Donnerstag mit einem eiligen Auftrag meldet und fragt, ob die Lieferung vielleicht schon am Montag erfolgen könnte, dann machen sich die Hohls gerne ein berühmtes Zitat zu eigen: „Yes, we can.“
Die Hohls legen großen Wert auf Werte. Sie streben nach höchster Qualität – „Unser Anspruch ist das Maximum“ – und Termintreue, wollen ein zuverlässiger Partner sein. Wenn Peter Hohl über die Branche spricht, tut er das auffallend freundlich – und versteht sich auch als Partner anderer Druckereien. Mehr als 30 im süddeutschen Raum tauschen sich regelmäßig mit den Profis in Balgheim aus. Bezeichnend, dass die Gebrüder Hohl nicht von
‚Konkurrenten‘, sondern von ‚Kollegenbetrieben‘ sprechen, die bei Bedarf und Eignung auch – transparent für den Kunden – Aufträge untereinander weitergeben. „Es geht nicht immer um Geld und kurzfristige Geschäfte. Für uns zählen Werte. Das ist eine andere, viel beständigere Währung.“, da sind sich die beiden einig.
Die Kombination aus moderner Technik und Spezialisierung, bodenständiger Verlässlichkeit und begeisterten Kunden macht den Erfolg der Druckerei Hohl aus. Dass die Firma nun bald schon sechs Jahrzehnte besteht, ist – im Wortsinne – eine schöne Geschichte, doch „von traditionellen Dingen sind wir losgelöst“, sagt Peter Hohl. Die Firma orientiere sich an der Zukunft und deren Aussichten. Und die sind, auch mit Blick auf den Erhalt des Familienbetriebs, ziemlich gut.
Christian und Markus Hohl, die Kinder der beiden Geschäftsführer, arbeiten schon seit gut zehn Jahren fest mit und haben Führungspositionen übernommen. Markus Hohl, gelernter Industriekaufmann und Medientechnologe Druckverarbeitung, leitet den Vertrieb Medizintechnik und Pharma mit Produktschwerpunkt auf Beipackzettel und Verpackungen, während Christian Hohl als Produktionsleiter für Druck und Vorstufe zuständig ist.
„Wir sind in der glücklichen Lage“, resümieren Uwe und Peter Hohl, „dass wir mit unseren Söhnen interessierte Nachfolger am Start haben.“